ISO-Norm 12647-2:
Was ist neu bei den Normvorgaben im Prozessstandard Offsetdruck?

Druckdaten werden selten dort erstellt, wo sie gedruckt werden. Umso wichtiger ist es, dass Zwischen- und Endergebnisse eine vorhersehbare Farbqualität aufweisen. Der ProzessStandard Offsetdruck schafft Grundlagen für optimale Anwendung. Mit der neuen ISO-Norm 12647-2 werden diese Grundlagen verbessert. Bis die druckfertige Publikation vorliegt, legen Daten jeweils einen weiten Weg zurück. Kunden vergeben Aufträge an Druck- und Medienunternehmen, Druckereien tauschen Daten untereinander aus. 

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Nicht immer entspricht die Farbqualität den Erwartungen. Die ISO-Norm 12647-2 berücksichtigt die jüngsten technologischen Entwicklungen und Normvorgaben bei der Messtechnik und der Standardbeleuchtung. Für Druckbedingungen mit optisch aufgehellten Papieren können Farbmessdaten und Augenschein von Prüfdrucken und Auflagendrucken besser in Einklang gebracht werden. Bisher kam es bei Papieren mit optischen Aufhellern immer wieder zu unangenehmen Farbdifferenzen. Viele Papiere, die einen optischen Aufheller aufweisen, erscheinen durch den UV-Anteil des Tageslichts weisser, als sie eigentlich sind. Mit dem neuen Standard wird diese Diskrepanz zwischen Messung (objektiv) und Sehen (subjektiv) auf ein Minimum reduziert.

ProzessStandard Offsetdruck: Die wichtigsten Änderungen in der Übersicht. Mit der Bereitstellung der neuen Druckbedingungen wird die Grundlage für eine verbesserte Anwendung des ProzessStandards geschaffen – gut zu wissen für alle, die bei der Realisation von Printprodukten involviert sind.


Messbedingungen: Neu wird mit einem bestimmten (normierten) UV-Anteil gemessen (Messbedingungen M0; M1; M2, M3).

Normlicht: Das Normlicht soll einen bestimmten UV-Anteil enthalten, damit es den optischen Aufheller im Papier aktivieren kann.

Neue Charakterisierungsdaten für die Farbprofile: Die Fogra-Standards 39L und 47L werden von den neuen Charakterisierungsdaten 51 und 52 abgelöst (Hauptaugenmerk liegt auf dem Papierweisspunkt). Daraus erfolgen neue ICC-Profile (neu werden periodische und nicht periodische Rasterungen unterschieden). Je nach Art des Papiers gibt es ein Profil für AM- und eines für FM-Raster.

Neue Papierklassen: PS 1 bis PS 8 (PS steht für Print-Substrat). Früher galten die Papiertypen PT1 bis PT5.

Neue Zielwerte: Die Zielwerte der Primärfarben im Bogenoffsetdruck sind neu.

Anpassungen der Tonwertzunahmen im Bogenoffsetdruck:
Neu sind die Tonwertzunahmen für alle Farben gleich (CMYK). Bisher lag Schwarz meist drei Prozent höher.

Manuel Simmen beantwortet gerne Ihre Fragen.

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